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Pressetext

Bacteriographie
Malen mit Bakterien
Eine Symbiose aus Kunst und Wissenschaft

Es war eine plötzliche Eingebung, die Farbenvielfalt der Bakterien künstlerisch umzusetzen. Das war 1999. Schon 1872 hatte Ferdinand Julius Cohn diese Buntheit in den Farben Rot, Blau, Violett, Grün und Gelb beschrieben.  
Die Bacteriographie ist eine Kunstrichtung mit höchstem Wissenschaftsanspruch. Erich Schopf sieht in seiner Bacteriographie eine Symbiose aus Kunst und Wissenschaft. Die Wissenschaften konnten im Verlauf der letzten zwei Jahrhunderte viele Rätsel lösen, viele Erklärungsmodelle finden und in weiterer Folge bestätigen.
Die Kunst kann uns helfen, die sehr komplexen Anordnungen der Natur anschaulich zu machen, unsichtbare Dinge sichtbar zu machen, und ein besseres Verstehen so mancher Zusammenhänge zu erleichtern.

Alle Phänomene, die Erich Schopf während seiner bacteriographischen Forschungsarbeiten entdeckt hat, blieben uns unter den Gegebenheiten der klassischen Bakteriologie verborgen.
Erst auf seinen bacteriographischen Bühnen haben Bakterien die Möglichkeit, auf ihre besonderen Fähigkeiten hinzuweisen.
Erich Schopf möchte mit seinem Ensemble nicht nur nach seinen Vorstellungen malen. Vielmehr ist es sein Anliegen, die vielen künstlerischen Talente seiner auserkorenen Bakterien, die er im Laufe von vielen Jahren entdeckt und studiert hat, in seine Motive  miteinfließen zu lassen. Das Gemälde wird regelrecht inszeniert und mit den richtigen Darstellern besetzt.

Allein mit der Entwicklung eines adäquaten Maluntergrundes (Bühne) und dem Studium seines umfangreichen Bakterien-Ensembles konnte Erich Schopf die Bacteriographie noch nicht meistern. Er musste noch eine große Hürde bewältigen. 
Die Entwicklung eines bacteriographischen Gemäldes funktioniert nämlich nur, wenn mit der aufgemalten Bakterien-Masse ganz sparsam umgegangen wird. Anders gesagt: Nach dem Malvorgang darf man nicht mehr sehen als vorher. Die Bakterien vermehren sich nun Stunde für Stunde. Das Bild nimmt schrittweise Gestalt und Farbe an. Die Entwicklung ist im Regelfall nach zwei bis vier Tagen abgeschlossen. Anschließend wird das Bild konserviert. Dabei stirbt das Ensemble, die Farben bleiben in ihrer vollen Pracht erhalten. Das bacteriographische Werk kann dadurch wie ein klassisches Gemälde gehandhabt werden.

Das Malen mit „quasi unsichtbaren Farben“ war und ist mit vielen Malstudien verbunden. Mit der bacteriographischen Bild-Entwicklung fließt in die Bildende Kunst noch die Dynamik als zusätzlicher Parameter ein. Die Bacteriographie verbindet die Darstellende Kunst mit der Bildenden Kunst. Ein Paradigmenwechsel.

Bakteriographien befinden sich sowohl im Museums- als auch in Privatbesitz.

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