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Die Entwicklung der Bacteriographie ab 2005

Ich stehe nun als Zwerg auf den Schultern eines Riesen. Ich bin sowohl der Zwerg als auch der Riese in einer Person. Ich profitiere von meiner Pioniersleistung auf dem Gebiet des bacteriographischen Malens. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse machen mich zum Riesen, der einen recht großen Überblick hat, aber all das, was ich noch lernen muss, lässt mich auch gleich wieder zum Zwerg werden. So ist das nun einmal.
Ich profitiere aber keineswegs nur von meinen eigenen Erkenntnissen. Was wäre ich ohne das Wissen aus der Vergangenheit der Bakteriologie. Auch wenn ich immer betone, dass die Bacteriographie nur sehr wenig mit der klassischen Bakteriologie zu tun hat, darf nicht vergessen werden, dass ich mich vielfach jener Rohstoffe bediene, die bestens standardisiert und für die moderne Wissenschaft hinsichtlich der Reproduzierbarkeit von Ergebnissen unerlässlich sind. Das alles ist letztlich der Pionierstätigkeit von Forschern aus der Vergangenheit zu verdanken. So steht man gleich auf den Schultern mehrerer Riesen.
Übrigens: bezeugt ist das Gleichnis von den Zwergen auf den Schultern von Riesen erstmals bei Bernhard von Chartres um 1120.

Die Maltechniken und die bühnenbildnerischen Fähigkeiten sind nun so weit gediehen, dass das gegenständliche Malen in die Bacteriographie Einzug erhalten konnte. Siehe auch den Beitrag unter Highlights-Naturhistorisches Museum Wien.
Das überraschendste ist wohl die Entdeckung, dass einige Mitglieder meines bakteriellen Ensembles eine Craquelé-Struktur ausbilden können. Die Umsetzung als Gemälde war und ist (2011) eine große Herausforderung. Viele Entdeckungen liegen schon lange zurück. Als Beispiel möchte ich die sogenannte “Flammen-Aura“ anführen - siehe unter Highlights-Besonderheiten. Sie konnte, wie so viele andere frühe Entdeckungen, erst seit kurzer Zeit künstlerisch umgesetzt werden. Die Kenntnisse über diese Naturphänomene waren eben noch nicht ausreichend…

Dank der nun vielfältigen Bühnentechnik konnte ich meinem Ensemble auch immer mehr Fähigkeiten entlocken. Nur auf diesen Bühnen haben die Bakterien die Chance, auf ihre sonst völlig verborgenen Talente aufmerksam zu machen.
Wolfgang Bösner schrieb: „Ohne geeignetes Material wären die Ideen in den Köpfen der Künstler gefangen“. Im übertragenen Sinne bedeutet das, dass ohne bacteriographische Bühne alle meinen Bakterien innewohnenden Talente in ihren Körpern gefangen blieben.

Die bacteriographische Bühne ist nun das zentrale Element, um das sich die Bacteriographie dreht. Um sie zu charakterisieren, brauche ich nur Matthias Kralj (Bühnen- und Kostümbildner, geb. 1933 in Ljubljana) zitieren:

„Ich habe begriffen, was am Theater erwartet und was gebraucht wird:
Räume, die das rechte Maß haben,
Spielräume,
Räume des Erzählens,
Ausdrucksräume,
magische Räume…“

Das gilt ebenso für die bacteriographische Bühne, nur so können Bakterien zu Schauspielern avancieren…

In der Galerie ab 2005 und unter Highlights-Naturhistorisches Museum Wien gibt es einige Werke mit Erläuterungen zu sehen.

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